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Der Sonnenschirm (selten auch frz. Parasol genannt) ist
ein Gebrauchsgegenstand, der verwendet wird, um vor
Sonneneinstrahlung zu schützen. Er ist ursprünglich ein Erzeugnis des
Schirmmachers, wird heutzutage aber überwiegend industriell
hergestellt.
Aufbau
Ebenso wie ein Regenschirm besteht er aus einer Bespannung aus
Stoff oder Kunststoff, die über Speichen gespannt ist und von
einem lotrecht aufgesetzten Stiel in die Höhe gehalten wird.
Sonnenschirme, deren Standrohr außerhalb der Schirmfläche
steht, werden als Freiarmschirme, Ampelschirme, Galgenschirme
oder auch als Seitenmastschirme bezeichnet.
Geschichte
Während in Mitteleuropa Sonnenschirme heute fast nur noch als
große, stehende Schirme (z. B. in Straßencafes und auf
Balkonen) vorkommen, wurden sie bis ins frühe 20. Jahrhundert
ausschließlich in der Hand getragen. Von Regenschirmen
unterschied diese frühe Variante hauptsächlich die nicht
wetterfeste Ausstattung und die oft geringe Größe der
Bespannung.
Der Sonnenschirm ist weitaus älter als der Regenschirm. Erste
Darstellungen finden sich im Altertum in Ägypten, Persien und
China. In altgriechischen (z. B. Aristophanes) und altrömischen
Texten (z. B. Martial) werden sie erwähnt Bei den frühen
Formen handelt es sich für gewöhnlich um große, von Dienern
gehaltene Baldachine. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts wurde
daraus der kleine, in einer Hand zu tragende Sonnenschirm
entwickelt. Bis um ca. 1915/20 war er ein unerlässliches
Accessoire der Damen bei Aufenthalt im Freien. Die Größe und
Farbe des Schirms, die Länge des Stiels und die Anzahl der
Speichen wechselten mit der Mode.
In Ländern südlicheren Breitengrades wie Japan oder auch
Spanien werden tragbare Sonnenschirme auch heute verwendet,
praktisch ausschließlich von Frauen, nicht nur, um sich vor der
heißen Sonne zu schützen, sondern auch, um nicht braun zu
werden.
Hier gilt nämlich nicht Hautbräune, sondern der vornehme
helle Teint der Haut als Attraktivitätsmerkmal einer Frau, denn
in diesen Ländern wird, wer sich im Sommer im Freien bewegt,
ohne viel Zutun durch die intensive Sonneneinstrahlung auf jeden
Fall braun.
Im Freien bewegen sich traditionell nur die niederen
Berufe: Bauern, Bauarbeiter etc. So war die weiße Haut ein
Zeichen für einen höheren Stand, für Leute, die (wenn sie
überhaupt arbeiteten) ihre Arbeit im Haus ausüben konnten. Auch
wenn dieser Hintergrund teilweise verlorengegangen ist, schützen
sich heute viele Japanerinnen jeden Alters und ältere
Spanierinnen mit tragbaren Sonnenschirmen, die kleiner und
leichter sind als Regenschirme.
Moderne Schirme
Mit der aufkommenden Diskussion über die schädigende Wirkung
der UV-Strahlung hat die Entwicklung der Sonnenschirme seit ca.
Mitte der 1980er-Jahre einen neuen Aufschwung genommen. Teilweise
basierend auf den Ideen von Frei Otto,
gibt es heute eine Vielzahl von Varianten (vom traditionellen
Mittelmastschirm über den Tulpenschirm - mit kelchförmiger
Membran - bis hin zum Dreieckschirm für die Eckbeschattung)
und Größen, als Standardschirme mit bis zu 10 m Durchmesser.
Bedingt durch die größeren Abmessungen der Schirme und das
Schutzbedürfnis (gegen UV-Strahlung) sind die Anforderungen an
das Material stark gestiegen, so dass heute hauptsächlich
Aluminium, Polyester und Acrylfasern zum Einsatz kommen.
Weitaus größere Schirme (z.B. 30 x 30 m) werden meist im
Rahmen von Einzelprojekten gebaut, z. B. für die Pilgerstätten
in Saudi-Arabien, durch netzwerkartig organisierte Spezialfirmen
(Architekten + Membranbauer + Stahlbauer + Montagefirmen), wobei
Materialien wie Stahl und PTFE zum Einsatz kommen.
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